Bürgerwelt und Sinnenwelt. Max Webers München

15. Juni bis 24. Juli und 31. August bis 25. September

 

Max Weber, der weltberühmte Nationalökonom und Soziologe, starb am 14. Juni 1920 in München. Ihm und seinen vielfältigen Beziehungen zur bayerischen Landeshauptstadt ist die Ausstellung gewidmet.

Abbildung (c) Max Weber-Arbeitsstelle München

Weber (1864-1920)war der Begründer einer verstehenden und werturteilsfreien Soziologie zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Ursprünglich Jurist und Nationalökonom erarbeitete Weber eine Genealogie der Moderne, die bis in die Gegenwart einen kaum zu überschätzenden Einfluss in den unterschiedlichsten Disziplinen der Kultur- und Sozialwissenschaften rund um den Globus ausübt. Neben seiner Grundlegung einer modernen Religions- und Herrschaftssoziologie formulierte Weber eine Matrix der Soziologie der Moderne, in deren Mittelpunkt die kulturhistorischen und motivationalen Grundlagen jener Rationalisierungsvorgänge erläutert werden, die uns bis in unsere Gegenwart maßgeblich auch in unserem Alltagshandeln bestimmen.

 

Dabei hinterließ Max Weber nach seinem frühen Tod ein gewaltiges Werk, dessen wissenschaftliche Aufarbeitung in der Max Weber-Gesamtausgabe der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in diesem Jahr ihren Abschluss gefunden hat.

 

Zum 100. Todestag Max Webers hatte die Bayerische Akademie der Wissenschaften in Kooperation mit der Münchner Volkshochschule vor Beginn der Corona-Pandemie ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm vorbereitet, das nun leider nicht stattfinden kann. Aber wir freuen uns, die von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften für die Seidlvilla konzipierte Ausstellung wie geplant zeigen zu können, die die vielschichtigen Beziehungen zwischen dem Gelehrten und der Stadt München beleuchtet. Weber hielt in München seine berühmten Vorträge „Wissenschaft als Beruf“ und „Politik als Beruf“. An der LMU lehrte er als Professor, er war Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und in „dieser gesegneten Stadt“ besuchte er auch gern Opern und Konzerte. Weber war ein Repräsentant des liberalen Bürgertums im Übergang zur Weimarer Republik, daher lädt die Ausstellung auch in dieser Zeit schneller, krisenhafter Umbrüche zum Nachdenken über die politisch-kulturelle Bedeutung des Bürgertums ein.


 

Die Eröffnung ist am Sonntag, den 14. Juni um 12 Uhr im livestream unter Youtube Münchner Volkshochschule zu sehen!

 

Die Ausstellung ist zu sehen vom 15. Juni bis 24. Juli sowie vom 31. August bis zum 25. September täglich von 10 bis 19 Uhr, der Eintritt ist frei.

 

Ein virtueller Ausstellungsrundgang ist unter www.badw.de zu sehen.

München_Ortstermin. Die Stadt nach dem Krieg und heute

1. Oktober bis zum 18. Dezember 2020

 

München nach dem Zweiten Weltkrieg – bis in die 1960er Jahre ist die Innenstadt geprägt von den Zerstörungen der Luftkriege und dem bald beginnenden Wiederaufbau. Nicht wenige erhaltene Gebäude wurden aber auch erst Jahre nach Kriegsende dem drängenden Wiederaufbau geopfert: eine zweite Zerstörung der Stadt.
München heute – den historischen Bildern der 1950er und 1960er Jahre sind Aufnahmen der heutigen städtebaulicher Situation gegenübergestellt: die alten historischen Aufnahmen – sehr viele davon in Farbe – dokumentieren mit einer Flut von Baustellen und Neubauten den geschäftigen Wiederaufbau und stehen Bildern von Anfang des Jahres 2020 während des Corona-Lockdowns mit dem nahezu vollständigen Versiegen des öffentlichen Lebens und den leeren Straßen und Plätzen Münchens kontrastreich gegenüber.

Die Fotos der 1950er und 60er Jahre stammen aus der umfangreichen Sammlung des Münchners Sebastian Winkler. Sie sind zum Teil über Internet-Portale erworben, viele stammen von amerikanischen Touristen, die kurz nach Kriegsende Deutschland besucht haben bzw. amerikanischen Soldaten, die hier stationiert waren und mit Farbfilmen fotografierten, die in Deutschland und Europa nicht verfügbar waren. Der besondere Fokus richtet sich dabei insbesondere auf die Schäden des Zweiten Weltkriegs. Zum anderen gehören viele dieser Bilder zu einer Foto-Sammlung des Münchner Künstlers Fritz Heydt, der u.a. Orte dokumentiert hat, deren Veränderung unmittelbar bevorstand.