26. Mai 2025
„… zitternd vor bunter Seligkeit“
Beginn 19:00

Zwischen 1880 und 1887 verbrachte Friedrich Nietzsche insgesamt fünfmal eine längere Zeit in Venedig. Es war die einzige Stadt, die er liebte, ein „geweihter Ort“ für sein Gefühl und als Stadt der „100 tiefen Einsamkeiten“ ein „Bild für die Menschen der Zukunft. Empfangen und umsorgt wurde er dabei von dem Musiker Heinrich Köselitz, dessen Lehrer er in Basel gewesen war.
Ausgehend von Nietzsches Briefen sowie von Berichten und Erinnerungen seiner Freunde und Weggefährten vermittelt Renate Müller-Buck ein Bild vom Alltag des Philosophen in Venedig und der vielfältigen Bedeutung, die die Lagunenstadt in seinem Denken einnimmt. Wir begleiten ihn durch die schattigen Gässchen mit ihrem „regelmäßigen Trachytsteinpflaster“, das er als „Dreiviertelblinder“ besonders liebt und folgen ihm in die Calle nova, wo Köselitz in seinem Zimmer ganze Vormittage für ihn musiziert. Und wir blättern in seinen Venedig-Lektüren: Lord Byron, George Sand, Stendhal. Gleichzeitig werfen wir einen besonderen Blick auf das Venedig des ausgehenden 19. Jahrhunderts.