22. Mai 2025
„Vogel Selbsterkenntnis“
Beginn 19:00

Im August 1867, nach dem Abschluss ihres Studiums in Leipzig, unternahmen Erwin Rohde und Friedrich Nietzsche noch eine gut zweiwöchige Bahn- und Fußreise hauptsächlich durch den Bayerischen Wald.
Franz Krojer beschreibt in seinem Vortrag die einzelnen Stationen der Wanderungen aus den Aufzeichnungen Rohdes und Nietzsches und vermittelt ortsspezifische Kenntnisse. Beide haben auch Skizzen einiger Sehenswürdigkeiten hinterlassen, z.B. vom barocken Vogel Selbsterkenntnis, der noch heute sehr gut in Regen-Stadt erhalten ist.
Am Ende ihrer Reise besichtigten die beiden noch Regensburg und die nahegelegene Walhalla und besuchten die Musikfestspiele in Meiningen, bevor sich ihre Wege in Eisenach trennten: Rohde zog es nach Kiel, Nietzsche nach Naumburg.
Fast zehn Jahre später hat sich Nietzsche 1876 für gut eine Woche in den Bayerischen Wald nach Klingenbrunn zurückgezogen, um Ruhe und Abstand vor den ersten Bayreuther Festspielen und Richard Wagner zu finden. Hier hat er mit den Aufzeichnungen begonnen, die sich zu „Menschliches, Allzumenschliches“ ausweiteten. Aus jener Zeit stammt auch Nietzsches launisches Gedicht „Im bayrischen Walde fieng es an“, das, entstellt und anachronistisch, zum Motto des Friedrich-Nietzsche-Wanderwegs auf dem Lamberg bei Cham wurde: Alles hat im Bayerischen Wald begonnen.