15. Mai 2020

ABSAGE WEGEN CORONA-PANDEMIE Konzert: Lauter Bagatellen

 

„Kürze erfordert immer mehr Mühe als Weitschweifigkeit“ (Charles Baudelaire)

Es kann durchaus lohnend sein, sich kurz zu fassen und dies muss nichts mit Gedankenlosigkeit oder Achtlosigkeit zu tun haben. Getreu diesem Motto verschafft der Pianistenclub München einer musikalischen Kurzform, der Bagatelle, mit einem eigenen Konzert Gehör.

Bagatellen sind kurze Charakterstücke und bekamen vor allem durch Ludwig van Beethoven eine Bedeutung. Dass seine Bagatellen nicht als flüchtige „Gedankenspäne“ anzusehen sind, zeigt sich schon dadurch, dass Beethoven sie mit eigenen Opus-Zahlen versah. Nicht zuletzt haben die Bagatellen durch ihren musikalischen Einfallsreichtum und die Verdichtung des Ausdrucks ihre Daseinsberechtigung.

Die musikalische Kurzform ermöglicht auch das Experimentieren mit neuem Tonmaterial und das Erkunden kreativer Freiräume. So auch bei Franz Liszts „Bagatelle sans tonalité“, die eine ganz eigene Klangsprache ausprobiert. Auch Bela Bartók erkundete mit seinen Bagatellen neue Klangräume und ließ sich bei seiner Komposition von Claude Debussy und Arnold Schönberg inspirieren. Experimentelles und neue Klang-Wege finden sich ebenso bei den Bagatellen von Antonin Dvorak, der sein Werk ursprünglich für zwei Violinen, Violoncello und Harmonium komponierte, es dann später für Klavier vierhändig bearbeitete.

Es geht aber in diesem Konzert nicht nur darum, großen Meistern beim kreativen Experimentieren mit einer musikalischen Kurzform zuzuschauen, sondern auch einige etwas unbekanntere Komponisten zu entdecken: So runden musikalische Miniaturen u.a. von Joonas Kokkonen, Anatoli Ljadow und Nikolai Kapustin das Programm ab.

Es spielen Dmitrij Romanov, Yuko Tajima, Polina Spirina, Megumi Bertram, Olga Kigel und Eleonora Turkenich.
Idee, Konzept und Moderation: Annette Böhm

 

Veranstalter: Pianistenclub München e.V.

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