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Ausstellungsführung "Vom Inneren zur äußeren Gestalt"

Anni Rieck, Zeichnung und Objekte – Berit Opelt, Malerei und Druckgrafik – Fred Krueger, Malerei – Elsa Nietmann, Bildhauerei und Malerei – Eva Raiser-Johanson, Textile Kunst

Fünf Sendlinger Künstler*innen zeigen in unterschiedlicher Ausdrucks- und Darstellungsweise, wie sich ihre eigene Gedankenwelt in ihren künstlerischen Werken widerspiegelt und manifestiert. Sie geben Einblicke in ihre inneren Prozesse. Schichten, Oberfläche und Tiefe treten in ein dialektisches Wechselverhältnis zwischen dem Inneren und dem Äußeren.

Anni Rieck ist fasziniert von Fragilität, Leichtigkeit und Transparenz des Werkstoffs Papier. Ihre Kunst setzt auf klare Formen und eine stark reduzierte Farbigkeit. Ganz bewusst nutzt die Künstlerin Unvollkommenheit als Stilmittel: Kratzer, Dellen, Risse, krumme Kanten zeugen vom Schaffensprozess und intensivieren die Ausdruckskraft. Inspirationsquellen sind für sie unter anderem die japanische Haiku-Dichtung und die Lehre des Wabi-Sabi.

Berit Opelt reizt das Aufeinandertreffen von Gegensätzlichem und die daraus erwachsenden innerbildlichen Spannungen, die die Brüche und Unwägbarkeiten des Daseins widerspiegeln. Dabei sind das Ineinandergreifen unterschiedlicher Techniken und Materialien wie Graphit, Kohle, Tinte, Tusche, Acryl, Ölfarben und Wachs und die daraus erwachsenden Schichtungen gleichermaßen Ausdruck des prozesshaft Experimentellen und Synonym für antithetische Konstellationen.

Elsa Nietmanns Leidenschaft für Bewegung zieht sich als thematischer Leitfaden durch ihre Werke. Aktbilder zwischen Abbildung und Abstraktion, bei denen Linie und Fläche wechseln, Klarheit und Auflösung, Abgrenzung und Verschmelzung: der menschliche Körper und seine Behauptung im Raum.

Eva Raiser-Johanson will mit ihren Arbeiten nicht die Realität nach optischen Kriterien kopieren, sondern die sinnliche Präsenz von Momenten und Erinnerungen spürbar machen. Das Spiel mit Fakt und Fiktion entsteht einerseits durch die Kombination von Materialien wie Garne, Mullbinden, Stoffe, Fetzen, Knoten, andererseits durch applizierte Gegenstände in Natura.

Fred Kruegers Bilder finden oft in Serien statt, die sich einem Thema widmen. Die klassisch gemalten Ölbilder auf Holz sind in ihrer Bildsprache einerseits manieristisch skurril und extravagant, andererseits aber auch realistisch in der Darstellung von Natur, die mit großer Bedeutung aufgeladen ist.

Die Ausstellung noch bis 19. 12. täglich von 12 bis 19 Uhr zu sehen, der Eintritt ist frei.

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