28. Oktober 2019

Die Geburt einer Tragödie aus dem Geist der Erlösung als Syndrom

 

Manfred Osten spricht über Nietzsches fünftes Evangelium, Richard Wagners „Weltenbrand“ und Hitlers „Kaltwasserheilanstalt“ – eine deutsche Trilogie.

Es war Nietzsche, der bei Richard Wagner ein dominantes Syndrom der Erlösung diagnostiziert hat. Wo liegen die Quellgründe dieses vor allen im „Ring“ und im „Parsifal“ wirkmächtigen Syndroms? Welchen Anteil hat hieran der von Wagner als „Naturgeschenk“ bewunderte Goethe und dessen Erlösung Fausts durch das „Ewig Weibliche“?

In Wagners „Meistersingern“ hat Nietzsche zwei Erlösungs-Optionen erkannt: sie sind entweder von Vorgestern oder von Übermorgen, haben noch kein Heute – weshalb denn auch Goethe als Solitär der „Erlösung“ im Zeichen des Heute und der Ewigkeit des Augenblicks für Nietzsche ein „Zwischenfall ohne Folgen“ war.

Umso folgenreicher aber sollte sich das Wagnersche doppelte Erlösungkonzept erweisen: das Vorgestern (Wiederverzauberung der durch das Geld- Gold entzauberten Welt durch die Liebe) und das Übermorgen (die Erlösung als Zukunftsaufgabe in Gestalt eines „Weltenbrands“). Womit sich die Frage nach der Wagner-Erlösungs-Sozialisierung Hitlers und deren Folgen stellt. Und welchen „Erlösungs“-Weg weist Nietzsche selber im Zarathustra als Fünftes Evangelium und welche Konvergenzen ergeben sich hierbei mit dem Denken Goethes, dem Nietzsche bis zuletzt treu geblieben ist?

 

Veranstalter: Nietzsche-Forum München e.V.

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