23. September 2019

Musik im nationalsozialistischen München

 

Nach 1945 wurde in der BRD der Eindruck vermittelt, das Musikleben im Nationalsozialismus sei apolitisch gewesen. Und das, obwohl jüdische Musikschaffende und sogenannte „Neutöner“ aus dem Kulturleben entfernt und verfolgt worden waren. In München gaben Mitläufer und Aktivisten den Ton an: Rosenbergs „Kampfbund für deutsche Kultur“ warb beim Bürgertum für nationalsozialistische Kulturpolitik, Richard Strauss war der erste Präsident der Reichsmusikkammer, Carl Orff übernahm Auftrags-Kompositionen und die Orchester stützten die Indienstnahme „arisierter“ Musik für repräsentative Anlässe. In der Nachkriegszeit wurde dies als Gehorsam gegenüber Vorgaben von „ganz oben“ entschuldigt. Neuere Forschungen belegen jedoch, wie willfährig die „unteren Chargen“ im Wettbewerb um ein „gesäubertes“ Musikleben agierten.

 

 

Veranstalter: Bürgerbegehren für Stolpersteine in München e.V.

 

Foto:

Die Münchner “Philharmoniker auf Reisen”, Münchner Kulturamt 1941

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