24. Mai 2019

Konzert Sina Kloke

 

Die Pianistin spielt an diesem Abend Werke von Johannes Brahms, Claude Debussy und dem zeitgenössischen Komponisten Carl Christian Bettendorf.

Das Klavierstück V „Nachklang“ des in New York lebenden deutschen Komponisten Carl Christian Bettendorf wird an diesem Abend uraufgeführt. Bettendorfs loser Zyklus von Klavierstücken, die ganz lakonisch nur mit einer Nummer versehen sind – dem bekannten Beispiel von Stockhausen und Rihm, dessen Schülerkreis Bettendorf angehört, folgend – wurde im Sommer 1993 begonnen. Im selben Jahr nahm Bettendorf sein Kompositionsstudium in München auf, das er später beim französischen Komponisten Tristan Murail an der Columbia University in New York fortsetzte. Nach zwei weiteren Stücken aus dem Jahre 1995 folgte eine Pause von fünfzehn Jahren, ehe Bettendorf im Sommer 2010 die nächste „Nummer“ hinzufügte, auf die nun nach etwas kürzerer Pause die bisher letzte folgt. Wie schon die Klavierstücke I-III als ein „Mini-Zyklus“ inhaltlich zusammenhingen, bezieht sich auch Nr. V direkt auf das vorausgegangene Stück, daher der Untertitel „Nachklang“: Die spektralen Harmonien, die in ihrer ersten Formulierung noch oft wie statische Blöcke wirkten, erleben durch das Hineinhören in ihre eigene Resonanz eine Art Selbstreflektion und Neudefinition – „wie das Leben eben so spielt,“ so der Komponist in seinen eigenen Worten.

Claude Debussy gehört zu dem kleinen Kreis von Komponisten, die an der Schwelle vom 19. zum 20. Jahrhundert die Perspektive der westlichen Kunstmusik komplett veränderten. Debussy war darum bemüht, von traditionellen musikalischen Formen bzw. Harmonien abzurücken und beschäftigte sich dazu intensiv mit diversen Musiktraditionen außereuropäischer Kulturkreise. Besonders die asiatische Musik, die 1889 mit der Weltausstellung nach Paris kam, hatte großen Einfluss auf ihn. Die dreiteilige Suite Pour le piano wird oft als Übergangswerk oder auch als erstes Reifewerk Debussys bezeichnet.

Die Vier Klavierstücke op. 119 von Johannes Brahms entstanden zusammen mit den Klavierstücken op. 118 im Sommer 1893. Von den vier Zyklen op. 116 bis op. 119 haben sie die kürzeste Dauer, sie sind Brahms’ letztes Werk für Klavier. Auf kurzem Raum umfassen sie noch einmal das ganze Ausdrucksspektrum seiner Klaviermusik: Sehnsüchtiges und Fröhliches, Graziöses und Pompöses, Heiteres und tief Trauriges.

 

 

Veranstalter: Seidlvilla e.V.

 

Foto (c) Steve J Sherman

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